14.07.2019

MTU Maintenance. Wartung (von Flurförderzeugen) als Erfolgsfaktor.

Branche: Luftfahrt

Unternehmen: 4.000 Mitarbeiter, Teil der MTU Aero Engines und in den Top 5 globaler Dienstleister für die Instandhaltung ziviler Flugzeugtriebwerke.

Herausforderung: Standardisierung der fragmentierten Fahrzeugflotte von rund 100 eigenen Flurförderzeugen.

Lösung: Standardisierung der Fahrzeug- typen. Erhöhung des Nutzungsgrads und gleichzeitige Reduzierung des Fahrzeugbe- stands um 38 Prozent.

STILL Produkte: Service, 8-Tonnen-Elekt- rogabelstapler RX 60-80, Schubmaststapler FM-X und verschiedene Lagertechnikfahr- zeuge.

Die MTU Maintenance Hannover GmbH setzt auf Flurförderzeuge von STILL und zeigt sich auch bei der eigenen Staplerflotte als Spezialist für Wartung und Instandhaltung.

Mit der Instandhaltung von Investitionsgütern kennt man sich hier bestens aus: Vorwiegend mittlere und große Triebwerke von Zivilflugzeugen werden von der MTU Maintenance Hannover GmbH inspiziert, repariert und instand gesetzt. Diese Kern- kompetenz nutzt das Unternehmen auch für die rund 100 eigenen Flurförderzeuge, die nachhaltig gepflegt und bei überdurchschnittlicher Laufzeit sehr wirtschaftlich eingesetzt werden. „Wir haben unser Konzept mit verschiedenen Leasing-Optionen verglichen und fahren mit dem Kauf der Stapler deutlich günstiger“, bestätigt Willem le Roux, der bei der MTU Maintenance unter anderem den innerbetrieblichen Trans- port verantwortet.

Das zentrale Flurförderzeugmanagement von der MTU Maintenance übernimmt die Beschaffung und Wartung der Stapler und stellt sie den Fachbereichen an den dafür vorgesehenen Parkplätzen mit Ladestationen zur Verfügung. Diese befinden sich immer an der Schnittstelle zwischen zwei oder mehreren Abteilungen und verfügen über eine weithin sichtbare Ampel. „Grünes Licht signalisiert schon aus großer Entfernung, dass an der Haltestelle ein einsatzbereiter Stapler bereitsteht. Dieses System schafft Klarheit und vermeidet unnötige Wege“, sagt Mike-Werner Wentsch, der das Flurförderzeugmanagement betreut.

Derzeit besteht der Fahrzeug-Pool aus Geräten von drei deutschen Herstellern. STILL stellt mit über 70 Flurförderzeugen den Großteil der Flotte. Besonders beliebt sind die 62 Geh-Hochhubwagen der Typenreihe EXV beziehungsweise EGV mit Tragfähig- keiten von 1,2 und 1,4 Tonnen. Dies gilt insbesondere für das neue Modell EXV 14, das jetzt über Servolenkung und eine verbesserte Resttragfähigkeit verfügt. Zudem fahren bei der MTU drei Gegengewichtsstapler der Baureihen RX 20 und RX 60 sowie ein Schlepper vom Typ R 06. Abgerundet wird die STILL Flotte durch fünf Schubmaststapler der Typen FM-X 20 und FM 14. „STILL gehört zu den bevorzugten Marken, da wir mit den Produkten und dem Service sehr zufrieden sind“, erklärt André Frömbling, der im Team von Willem le Roux den innerbetrieblichen Transport sicherstellt.

Variantenreduzierung von über 30 Prozent

Der Fokus auf nur noch zwei Marken hängt mit der seit 2008 angestrebten Standar- disierung der Staplerflotte zusammen. „Früher konnte jeder Fachbereich seine eige- nen Stapler bestellen, was insgesamt zu einem höheren Bestand an Geräten führte“, erinnert sich Frömbling. Im Zuge der Zentralisierung hatte die MTU in einer sechswö- chigen Analyse den unternehmensweiten Bedarf an Flurförderzeugen festgestellt, in sieben Staplerklassen kategorisiert und standardisiert.

Durch das zentrale Flurförderzeugmanagement konnte die MTU Maintenance den Gerätebestand um 38 Prozent reduzieren und damit den Nutzungsgrad der Flotte deutlich steigern. „Durch die Standardisierung der Stapler ging zudem die Zahl der eingesetzten Modelle und Varianten zurück, wodurch wir weniger Ersatzteile vorhal- ten müssen“, stellt Wentsch fest. Viele Komponenten und die Batterien der Elektro- stapler können bei Bedarf untereinander getauscht werden. Außerdem dienen die Flurförderzeuge vor ihrem endgültigen Ausrangieren als wertvolle Ersatzteilträger. „Bevor wir uns von einem ausrangierten Stapler trennen, bauen wir kostspielige Teile wie Fahrmotoren, Fahrtrichtungsgeber, Kabelbäume, Pumpenaggregate oder Deich- seln aus und lagern sie ein“, erklärt André Frömbling, der damit die Betriebskosten seiner Flotte optimiert.

Nachhaltiges Wartungskonzept

Den Nachweis erbringt ein auf Excel basierendes Software-Tool, mit dem Mike- Werner Wentsch alle relevanten Kennziffern seiner Flotte ständig im Blick behält. Baujahr, Betriebsstunden, Auslastungsgrad, Batterielebensdauer und die Entwick- lung der Reparaturkosten lassen sich hier auf einen Blick abrufen. „Durch unser nachhaltiges Wartungskonzept sparen wir nicht nur an den Ersatzteilkosten, sondern steigern auch die Nutzungsdauer der Geräte“, stellt Wentsch fest. Das älteste Fahr- zeug der Flotte stammt aus dem Jahr 1991 und lässt sich nach wie vor wirtschaftlich betreiben. „Im Durchschnitt liegen die Geräte deutlich über den von vielen Herstel- lern empfohlenen acht Jahren beziehungsweise 8.000 Betriebsstunden Nutzungs- dauer“, betont André Frömbling. Gleiches gilt für die Batterien, die bei der MTU Maintenance Hannover GmbH extrem sorgfältig gepflegt werden. Um die Wartung kümmert sich hier ein eigener Mitarbei- ter, der die Batterien planmäßig reinigt und mit Wasser befüllt. Zum Vereinfachen der damit verbundenen Arbeiten hat die MTU einen Handwagen mit allen notwendigen Werkzeugen, Wassertank und Pumpe konstruiert. Die Mühen haben sich gelohnt: Das akribische Reinigen verhindert Kriechströme und das Korrodieren der Polkap- pen, sodass bei der MTU auch ältere Batterien einen neuwertigen Eindruck machen. Durch die gezielte und systematische Pflege seien Lebensdauer und Zuverlässigkeit der Batterien spürbar gestiegen. „Bei uns gibt es seit Einführung der systemati- schen Wartung und Reinigung kaum Ausfälle durch defekte Batterien mehr“, erklärt Wentsch.

Lückenlose Verfügbarkeit

Größere Wartungs- und Reparaturaufträge werden jedoch über die Niederlassungen der Hersteller abgewickelt. „Seit 2008 haben wir eine sehr gute und vertrauensvol- le Partnerschaft zu STILL aufgebaut. In der Regel können wir sogar direkt auf die für uns zuständigen Monteure zugreifen, was ansonsten eher unüblich ist“, betont Frömbling.
Fazit: Durch das Wartungskonzept, den Ersatzteilvorrat und die Nähe zu STILL konnte die MTU Maintenance die Ausfallzeiten der Stapler minimieren, was vor dem Hintergrund des Dreischichtbetriebs eine wichtige Rolle spielt. „Obwohl wir unsere Fahrzeugflotte um 38 Prozent verkleinert haben, bieten wir nach wie vor eine lücken- lose Verfügbarkeit der innerbetrieblichen Transporte“, sagt Willem le Roux, der sich auf diesem Erfolg jedoch nicht ausruhen will. Zur weiteren Optimierung der Betriebs- kosten plant er den Umstieg von Blei-Säure- auf Lithium-Ionen-Akkus. Die ersten gemeinsamen Versuche mit STILL laufen bereits.

Hintergrund: MTU Maintenance Hannover GmbH

Die MTU Maintenance, ein Geschäftsbereich der MTU Aero Engines, zählt zu den Top 5 der globalen Dienstleister für die Instandhaltung ziviler Flugzeugtriebwerke. Mit mehr als 30 Triebwerkstypen verfügt das Unternehmen über die größte Bandbreite weltweit. 4.000 Mitarbeiter, 17.000 Shop Visits und über 35 Jahre Unternehmensge- schichte stehen für hervorragenden Kundenservice, höchste Qualitätsstandards und innovative MRO-Lösungen der MTU Maintenance.
Die MTU Maintenance Hannover in Langenhagen ist das Herzstück des MTU Mainte- nance-Netzwerks. Sie ist verantwortlich für die Instandhaltung mittlerer und großer ziviler Triebwerke und gleichzeitig das Kompetenzzentrum für Hightech-Reparaturen. Mit der Gründung des ersten Instandhaltungsbetriebs, der MTU Maintenance Han- nover, stieg die MTU 1979 in großem Stil in die Instandhaltung ziviler Triebwerke ein und beschäftigt heute über 1.900 hochqualifizierte Mitarbeiter am Standort in Niedersachsen.