Bacardi baut Standort Buxtehude zum Logistikzentrum Europa aus

Wenn heute junge Leute eine Party feiern, ist eines sicher: Rigo und Breezer sind immer dabei. Die Premixgetränke des Bacardi-Konzerns haben sich als absolute Renner erwiesen. So avancierte Rigo, der Mix aus Rum, Lime und Soda, nach seiner Einführung in den Lebensmittelhandel im Mai 2002 in nur vier Wochen zum wertmäßigen Marktführer seiner Kategorie und verdoppelte in einem Kopf-an-Kopf-Wettstreit mit Breezer das Marktvolumen. Diese positive Entwicklung blieb nicht ohne Auswirkungen auf den Produktionsstandort Buxtehude der Bacardi Deutschland GmbH (Hamburg). Hier wurden Mitte 2002 die bisherigen Abfüllkapazitäten von 42 auf 270 Millionen Flaschen pro Jahr erweitert, eine Steigerung um das 6,5fache. Die neue Linie sichert rund 100 neue Arbeitsplätze in Produktion, Logistik und Export. „Mit dieser Investition in Höhe von 9,5 Millionen Euro wollen wir die rasant steigende Nachfrage nach innovativen, leichten Mixspirituosen bedienen und gleichzeitig die Weichen stellen für weiteres Wachstum auf Basis unserer großen und gesunden Marken“, erklärt Joachim H. Peycke, als Geschäftsführer von Bacardi Deutschland verantwortlich für Nord- und Zentraleuropa.

Herzstück des Betriebs in Buxtehude ist die neue Abfüllanlage CaLiBu (Carbonated Bottling Line Buxtehude), die modernste und flexibelste Einrichtung dieser Art im Bacardi-Konzern, die von den Maschinenherstellern Krones, GEBO, Diessel und Berkefeld erstellt wurde. Ihre Abfüllgeschwindigkeit ist enorm hoch: „Wir schaffen 60.000 Flaschen pro Stunde, bzw. alle 90 Sekunden eine Palette“, betont Betriebsleiter Jörg Dettmer. Um diese Mengen überhaupt zu schaffen, benötigt man nicht nur eine schnelle Linie, sondern auch eine ausgefüllte Logistik. So müssen pro Tag eine Million Flaschen auf Paletten angeliefert und befüllt wieder ausgeliefert werden. Für die erforderliche interne Logistik betreibt Bacardi Buxtehude eine Flotte von 22 Gabelstaplern. Sie wurden ausschließlich von der Still GmbH in Hamburg gebaut und bestehen aus den Elektrobaureihen R50 und R60. „Wir haben zur Betriebserweiterung sechs R60 in einer Sonderlackierung – dunkelblau mit dem Bacardi-Emblem – geliefert“, freut sich Wolfgang Kössling, bei Still als Gebietsverkaufsleiter Stade u.a. für Bacardi zuständig.


Edle Sonderlackierung für die neuen R60-Stapler

Arbeit für die sechs „Blauen“ und die übrigen Stapler gibt es reichlich. Auf der einen Hallenseite werden nahezu ununterbrochen leere Flaschen per Lkw zugestellt, die abgeladen, ins Zwischenlager oder direkt an die Abfülllinie gebracht werden müssen. Die Abfüllung läuft im Sommer sieben Tage die Woche rund um die Uhr, im Winter sind es fünf Tage ebenfalls Tag und Nacht. Auf der anderen Seite des großen Hallenkomplexes werden im selben Takt leere Brummis bis unters Dach mit den gefragten Getränken gefüllt. Auch hier müssen die Stapler wieselflink Schwerstarbeit verrichten. Buxtehude ist eines der wichtigsten internationalen Logistikzentren im weltweit operierenden Bacardi-Konzern, von hier aus werden nicht weniger als 68 Länder beliefert.

Die Hallenkapazität reicht aus, um sechs Millionen Flaschen zwischen zu lagern, etwa die Produktion von sechs Tagen. Auch diesen Part übernimmt die orange und blaue Flotte von Still, wobei bis zu einer Höhe von drei Paletten gestapelt werden kann. Besonders in der obersten Lage ist Fingerspitzengefühl gefordert, hier profitieren die Fahrer von der leichtgängigen und ergonomischen Bedienung der Akkufahrzeuge.


Bacardi will die Zusammenarbeit mit Still noch ausbauen

„Wir sind mit den Geräten von Still sehr zufrieden, was die letzte Beschaffung zum Ausbau unserer Kapazitäten ja eindeutig gezeigt hat“, so Dettmer, der mit den Hamburgern auch einen Vertrag über Wartung und Instandhaltung abgeschlossen hat und die Kooperation weiter vertiefen möchte: „Unser Ziel ist eine noch engere Zusammenarbeit, um logistische Fragestellungen kostenoptimal zu lösen.“ Diesem Ansinnen wird sich das Hamburger Traditionsunternehmen sicher nicht verschließen.

14.01.2003